Janas Seiten

Tagebuch 07


Link zum Tagebuch 04 -- Link zum Tagebuch 05
Link zum Tagebuch 06 -- Link zum Tagebuch 08

*namen geändert

 

dienstag, 25. dezember 2007

der hammam-besuch am sonntag mit einer lieben freundin und das anschliessende abendessen beim inder waren wunderschön. jetzt weiss ich jedenfalls immer, was ich mir wünschen kann, wenn mich jemand fragt! es gibt nämlich auch gutscheine!

was gibts denn da zu feiern?, fragt luisa francia gestern in ihrem genialen internettagebuch-eintrag. ich zitiere den anfang und lade euch ein, selbst mal einen spaziergang durch ihren internetspielplatz zu machen. "da mit dem christentum der raubbau an der natur, die unterwerfung der frauen, schuldgefühle, selbsthass, die gut und böse schaukel, qualen, selbsthass und mord an "andersgläubigen" begann, eigentlich gar nichts. sogar waffen wurden und werden von der kirche gesegnet. die ausrottung indigener völker in afrika, amerika und asien und natürlich die inquisition in europa sind das fundament auf dem die kirche heute noch steht." siehe unter: www.salamandra.de/tagebuch/start.php

doch, doch, gründe zu feiern gibt es trotzdem. und wenn es auch nicht das christkind ist, dann doch das leben an sich. ich war gestern bei einer freundin und ihrer familie zum essen und spielen eingeladen. was haben wir gelacht! später, am vollmondfeuer, haben wir weiterphilosophiert und dabei dem zauber der flammen zugeschaut. die nacht war zwar kurz, aber ich schlief wunderbar. heute brunchten wir bis ein uhr und schliesslich bin ich dann irgendwann doch noch nach hause gefahren. 

zwischenlanden und atemholen vor den nächsten besuchen und heimsuchungen! feiern, dass ich da bin? dass ich freundInnen haben darf? dass sich die welt noch immer dreht?

 

samstag, 22. dezember 2007

sonnwende! - wir haben sie gefeiert. ein feuer im wald. ein wandlungsritual im bewusstsein der gerufenen kräfte. lieder. lachen. frauenkraft...

anschliessend spazieren wir - noch zu dritt - an die wärme... im wald ist es hell, fast vollmond. pulvriger rauhreif liegt auf den blättern, die unter unseren schritten knirschen. wir finden ein magisches häuschen. hier wohnt eine von uns. beim suppe essen und brot teilen, tauschen wir aus, lachen, scherzen, diskutieren, geben und nehmen... wunderbare frauenzeit!

gestern, im neu erschienenen spuren-magazin (www.spuren.ch), entdeckte ich wieder zwei texte von mir ;-) (S. 45 und 62).

ansonsten verbringe ich meine tage mit begegnungen, mit schreiben, mit dem verfassen von bewerbungsschreiben und damit, einfach zu sein. morgen geh ich mit einer freundin - das erste mal in meinem leben - in einen hammam. bin ja gespannt!

 

sonntag, 16. dezember 2007

wenn ich gestern abend ein bisschen schräg gegangen bin, hat es bereits nichts mehr mit dem verstauchten fuss zu tun, sondern mit gewissen getränken! mein linker fuss hat sich erstaunlich schnell erholt. noch tut er ein bisschen weh, aber seit freitag gehe ich bereits wieder ohne krücken.  nachdem mir der arzt, den ich wegen einer röntgen-abklärung aufgesucht habe, - wie es mir meine hausärztin, die keine solchen apparate hat, empfohlen hatte - gesagt hat, dass es keine knochengeschichte sei, war ich beruhigt. auch keine gelenk-geschichte, meinte er. 'nur' den aussenfuss 'verstaucht', d.h. die sehnen angerissen. mein körper, ich staune jedes mal von neuem, hat eine sehr schnelle heilungsfähigkeit.

im gegensatz zur seele.  bei psychisch anstrengenden, nervenaufreibenden ereignissen - seien es nun positivste, sehr schöne oder eben auch sehr anstrengende dinge - bin ich immer sehr lange erschöpft. heute jedenfalls war ich, nach einer kurzen nacht, doch ziemlich mantschig...  winterschlaf(f) irgendwie...

gestern hat sich unser harter kern der berner schreiberlinge (zwei frauen, ein mann) zum letzten gemeinsamen gemütlichen abend dieses jahres getroffen. ein ausserberner hat sich uns angeschlossen. eine ganze weile standen wir draussen in der kälte. wir zwei frauen mussten uns am glühweinstand anlehnen, denn der boden schwankte: nicht wegen unserer brisanten themen, obwohl uns die neue bundesrätin und das ganze drumrum auch beschäftigt hat. ungeachtet aller schwankereien diskutierten wir angeregt über alles mögliche - gott, die welt, frauen, männer, glühwein und andere wahrheitsfindungshilfmittel - und trotzten so der kälte. ich fasse unsern abend ungefähr so zusammen: ich habe sehr viel gelacht und sehr viel philosophiert, dazu - später - gut gegessen und getrunken. 

die andere frau unserer vierergruppe lud ich zum übernachten zu mir ein. geschlafen haben wir allerdings nicht sehr viel. es wurde spät - oder früh. doch gelohnt hat es sich alleweil. wir sind wirklich eine tolle gruppe...

... und der glühwein vom berner weihnachtsmarkt ist einfach der beste weit und breit!

 

montag, 10. dezember 2007

zurzeit, das heisst seit heute morgen, folgen mir krücken auf schritt und tritt. oder ich ihnen?

am freitag abend habe ich mit meiner freundin vinja* eine vergebungszeremonie nach colin c. tipping besucht. es war sehr eindrücklich, zumal ich die stimmung unter den zwanzig alters- und geschlechtsgemischten menschen sehr berührend empfand. letztlich will uns tipping dazu ermutigen, bereit zu sein, alles, was wir erlebt haben, im übergeordneten sinn als vollkommen zu betrachten. das fällt mir nicht bei allem gleich leicht. es setzt ein vertrauen in eine göttliche führung und liebe voraus, die uns zugleich die freie wahl lässt. doch ich will es wagen, mein leben wieder von neuem aus einer solchen perpektive zu betrachten. meine anmeldung beim RAV und die stellensuche ebenso wie meine aktuelle knöchelverstauchung...

gestern habe ich salomé*, die nun schon die vierte woche in baden am rehabilitieren ist, besucht. zusammen mit anderen freundinnen und ihrer jüngsten tochter sind wir ins städtchen gegangen. salomé* hat sich den umständen entsprechend sehr gut erholt. am nächsten sonntag wird sie entlassen. für mich noch immer fast ein wunder! (siehe: 26. sept. 07) auf dem rückweg, als wir das restaurant verliessen, stolperte ich über eine schräge treppenstufe. statt dass der schmerz nach ein paar minuten wieder abklang, wurde er heftiger und später, zuhause, war mein knöchel schon sehr geschwollen. zum glück war ich mit dem auto in baden, so dass ich nicht noch durch den bahnhof gehen musste. aber das geplante thermalbad musste ich streichen! schade!

über den allüberall herrschenden weihnachtsrummel zucke ich nur die schultern: als anerkannte und diplomierte weihnachtsmuffelin boykottiere ich schon seit jahren weihnachtsstress, -stimmung und -einkäufe. ich schenke liebend gerne, doch unterm jahr, und weihnachtslieder/-musik lösen bei mir gegenteilige effekte aus, als die beabsichtigten.

umsomehr freue ich mich auf unser alljährliches sonnwenderitual mit traditioneller kürbissuppe, auf dass die tage danach wieder länger werden!

meine zeit zum loslassen des alten jahres ist die alljahrswoche. ich hoffe, dass ich da noch ein bisschen ballast wegbaggern kann, will heissen: dass ich bis dann auch die krücken wieder losgeworden bin...

 

sonntag, 2. dezember 2007

ein fauler sonntag. ich habe muskelkater. und fühle mich auch sonst ein bisschen verkatert... aber soweit okay.

gestern bin ich früh aufgestanden. schon um 10 uhr stand ich bei einer freundin und ihrem partner in luzern auf der matte und half beim umzug von A nach B. es hat richtig spass gemacht, zumal uns die treppensteigerei in den fünften stock, dank eines aussenliftes, erspart geblieben ist. die letzte ladung war dann menschliche fracht. hat das spass gemacht! wie seilbahn fahren! nach einem gemütlichen sandwich-picnic bin ich nach zürich gefahren.

mit etwa 25 anderen novemberschreibenden habe ich mich dort getroffen und fuhr erst mit dem letzten zug wieder nach hause. die zeit dazwischen war angefüllt mit vielen reichen begegnungen. bekannte wieder treffen, neue leute kennen lernen. ein schöner spaziergang an der limmat. ein gemütlicher abend in einem zelt-kiosk am bürkliplatz. gute gespräche über gott, die welt, männer und frauen. über das schreiben und was es mit uns macht. über unsere texte und über uns selbst. voll bis zum rand, aufgekratzt und glücklich fuhr ich mit einem anderen berner schreibbewegten in die heimat zurück.

die entdeckung des novemberschreibens vor 14 monaten hat mir seither so viele wertvolle begegnungen mit ebenso vielen tollen menschen beschert. dankbar fühle ich mich! sehr!

 

freitag, 30. november 2007

eine sehr intensive woche liegt hinter mir. am samstag, im schreibseminar, erkannte ich, was ich im grunde schon geahnt hatte: meine geschichte sind zwei geschichten! der zweite teil verdient es, als eigenständige geschichte betrachtet und vollendet zu werden. nicht nur als anhängsel. auch hat sie eine ganz andere energie als die erste. die verknüpfung der beiden stränge wurde geradezu künstlich, so als müssten zwei nicht zueinander passende menschen miteinander verkuppelt werden. 

eine heilsame trennung dieser geschichten war angesagt. aber der schnitt (aus einer datei zwei machen) war auch sehr schmerzhaft.

diese energetische trennung ist eine art gleichnis für mein leben. nachdem ich vor ein paar tagen die monatlichen zahlungen gemacht hatte und sah, wie mein kontostand in etwa aussieht, überkam mich das kalte grauen. dazu noch immer kein einkommen in sicht. kein sponsor und keine gönnerin! ich habe doch visualisiert und gebetet, dass sich eine türe öffnet? bin ich zu naiv? was mache ich falsch, was bei anderen funktioniert? wieso können andere sich mit der materie so locker verbünden? stimmt meine einstellung zu wohlstand nicht? fragen über fragen. das allbekannte mangelgefühl macht(e) sich zusehends in mir breit. dabei habe ich ja gar keine grossen ansprüche! habe auch keine wahnsinnigen fixkosten! 

der gedanke, wieder ausser haus zu arbeiten, macht mir angst. ich gebs zu. die arbeit zuhause, das intensive schreiben, ist - ähnlich der erziehungsarbeit, die eine mutter leistet - nicht mit geld messbar. und ich bekomme dafür ja auch keinerlei materiellen gegenwert. da ist nur dieses wunderbare glücksgefühl, etwas befriedigendes zu tun. bis jetzt erzeugt diese arbeit keine grossen sichtbaren produkte und doch ist sie sinn- und wertvoll, auch heilsam. und es IST AUCH ARBEIT! na ja. das nützt mir jetzt auch nichts. 

doch nun muss sich etwas bewegen. das himmelskonto scheint verschlossen. ich spüre druck, unbehagen. angst auch. nämlich davor, wieder von einem job aufgefressen zu werden, der mir keine energie mehr lässt für meine leidenschaft: das schreiben. meine geringe berufliche belastbarkeit ist das damoklesschwert, das über mir hängt.

wie gerne hätte ich eine mäzenin! einen mäzenen! das war auch eines der vielen themen, die wir am schreibtreffen am dienstag abend gewälzt haben. und schuld. suizid. viele vielschichte themen, die mit dem innenleben der menschen zu tun haben. dieses 'mich getrennt fühlen' von 'aussenwelt', von hektik, leistungs- und kommerzgesellschaft muss ich (für mein gefühl) nicht zwingend ändern, nur habe ich eben oft das gefühl, dass ich in der falschen welt lebe, im falschen film sitze. stopp, ich will nicht ins werten kommen. ich bin hier- in dieser welt - und das muss einen grund haben.

 

freitag, 23. november 2007

über 52000 wörter. die nächste goldmedaille habe ich nun auf sicher. doch es war und ist zwischendurch eine wahre zangengeburt, diese geschichte zu gebären. noch ist nicht fertig... nachdem ich den suizid einer der ersten hauptfiguren, einer psychotischen frau, beschrieben habe, kam vieles hoch und ich musste mich einmal mehr mit meiner eigenen geschichte und mit der meines verstorbenen exmannes claudio* auseinander setzen. und tue es noch immer. eine weile verlor ich sogar gänzlich die lust, meine geschichte weiterzuschreiben. 

erst als ich den zweiten teil des buches angefangen hatte, worin ein 11jähriges mädchen eine hauptrolle spielt, die gerne geschichten schreibt, ging es mir wieder besser. die von ihr geschriebene geschichte in meiner geschichte drin, ist nun so etwas wie der rote faden des zweiten buchteiles, der nach innerer heilung riecht.

ich bin gespannt, ob es meine (anti)helden/innen schaffen, ihre zufriedenheit zu finden, nach der sie sich sehnen. und ob ich es schaffe, natürlich auch!

morgen findet der letzte der drei schreibseminartage mit lukas hartmann statt. ich bin sehr gespannt auf die neuen impulse!

 

sonntag, 11. november 2007

bereits über 20'000 wörter. bald die hälfte. bald mitte november. ausser schreiben, tu ich fast nur noch schreiben. ;-) und lesen. doch auch der soziale aspekt kommt nicht zu kurz. ich treffe leute, maile und tausche mich aus. so ein leben, wie es mir gefällt...

gestern traffen wir sechs schreibseminar-teilnehmerInnen uns nun schon zum zweiten mal mit lukas hartmann, um an unseren textausschnitten, die wir den anderen mitgebracht hatten, zu feilen. es war intensive bauch- und kopfarbeit, die sehr viele anregungen, neue ideen und handwerkzeug beinhaltete.

heute treffe ich mich zum indischen abendessen mit einer freundin, doch den rest des tages widme ich mich der fortsetzung meines romans.

 

montag, 5. november 2007

schon fünf tage schreibrausch, schon 11'408 wörter. ich bin selber erstaunt, dass es schon so viele sind. bereits ein fünftel des angestrebten ziels. dabei schreibe ich für meine verhältnisse eher in einem moderaten tempo. überarbeite ständig das zuletzt geschriebene. dennoch wächst die geschichte fast wie von alleine.

diesmal jedoch weniger absichtslos wie vor einem jahr, als ich am schreibanfang nicht wusste, was ich schreiben würde. diesmal habe ich einen plot. einen anfang, eine art ziel, absicht...

dabei bin ich seit jenem vortrag vor einer woche, der eher ein talk war, in eine tiefe innere entspannung eingetaucht, die eine art synthese meiner bisherigen spirituellen erfahrungen ist. das sein, die absichtslosigkeit. so schwer, das zu beschreiben. die beiden ersten bücher von steven habe ich mir gekauft und setze mich - parallel zum schreiben - mit ihrem inhalt auseinander. allerdings nicht über den kopf, mehr über den bauch. 

hier nun die bücher samt bestelllink (auf die bilder klicken) und darunter die buchklappentexte.

1.) "'Wer sucht, der findet', heißt es. Im spirituellen Leben gilt jedoch häufig: 'Wer sucht, der sucht und sucht ohne Ende.' Der Weg zur Wahrheit und Glück führt über das Beenden der Suche danach. In seiner bestechend klaren Analyse des menschlichen Geistes ermutigt Steven Harrison zu dem Abenteuer, unsere selbst gesetzten Grenzen hinter uns zu lassen und dadurch wahre spirituelle Erfüllung zu finden."

2.) "Eins sein mit einem anderen Menschen - diese Sehnsucht beflügelt uns. Doch warum verkommt die grosse Liebe irgendwann zur Beziehungskiste? Steven Harrison, ein moderner Mystiker, lädt ein die vertrauten Pfade des Beziehungsleerlaufes hinter sich zu lassen. Wenn wir aufhören, unser Leben lang nach etwas zu suchen, das uns bereits eigen ist, erfahren wir Liebe als wahrhaft transformierende Kraft"

ich warne euch: diese bücher könnten eure leben heilsam verändern! :-)

 

dienstag, 30. oktober 2007

noch zwei tage bis zum startschuss! novemberschreiben 2007 naht mit riesenschritten! mach auch mit! einfach drauflos schreiben!

bei mir läuft auf allen ebenen, innerlich wie äusserlich, sehr viel. obwohl ich ja offiziell zurzeit nichts tue, oder vielleicht gerade, weil ich nichts tue, habe ich kapazitäten, die ich vorher, als berufstätige, nicht hatte. ich geniesse es wieder, unterwegs zu sein, leute zu treffen und kennen zu lernen, kurz: etwas zu unternehmen. aber ich liebe es nach wie vor, alleine zu sein, zu schreiben, in meiner höhle zu werkeln.

am samstag startete das novemberschreiben-begleitseminar bei lukas hartmann und ich bin noch immer am ordnen und sichten, was ich dort an wertvollen impulsen von lukas und den anderen teilnehmenden bekommen habe. wir haben einander unter anderem unsere plots vorgestellt und ich begriff nicht nur in zusammenhang mit meiner romangeschichte, sondern auch für meine biografische geschichte einige spannende dinge.

vorgestern, am spurentag in winterthur, den ich mit einer ostschweizer freundin besuchte, genossen wir unser zusammensein, das treffen mit anderen spuren-leserInnen sowie das reiche angebot von workshops und vorträgen. viele heilsame impulse, herrliches abtanzen zu den 5 rhytmen sowie schöne begegnungen mit anderen menschen liessen diesen tag sehr reichhaltig sein.

heute abend werde ich an eine bestimmt sehr spannende lesung von steven harrison, einem spirituellen autoren (im spuren-verlag publiziert) gehen, die in der berner buchhandlung kalisha stattfindet. (19:30)

inmitten dieser aktivitäten spüre ich mitunter, wie ich nach gleichgewicht ringe, wie ich versuche, den kontakt zu meinem inneren nicht zu verlieren, immer zu spüren, was ich brauche, was mir gut tut. und natürlich auch genug zu schlafen. die vielen romanideen lassen mich oft früh erwachen und wollen notiert werden. geschrieben habe ich seit ein paar tagen allerdings nichts neues mehr... das ganze darf ein bisschen ruhen, gären, sich entwickeln. 

 

dienstag, 23. oktober 2007

die erfindung der zeit ist schon etwas vom verrückteren. manchmal rast sie, manchmal tuckert sie. die länge einer minute ist so relativ, die von zehn ebenfalls und die einer woche erst recht.

das vorletzte weekend, schon lange vorbei, habe ich mit janus* verbracht. am sonntag, im papiliorama, durften wir mal wieder so richtig ins staunen kommen. wir genossen die gemeinsame zeit sehr.

wie gesagt, zehn minuten können lang sein. oder kurz! wenn ein text spannend ist und fesselnd vorgetragen wird, vergehen sie wie im flug. kann ich mich hingegen mit einem text nicht identifizieren, sind zehn minuten lang. so erlebt am letzten freitag. unser kleines berner schreibszene-team hat eine lesung mit apéro organisiert und elf leute, die im letzten november - gleichzeitig wie ich - einen roman geschrieben haben, lasen vor. diesmal las ich nicht aus meinem ersten roman vor, doch moderierte ich abwechselnd mit einem anderen szene-mitglied das ganze. das hat wider erwarten ziemlich spass gemacht!

seit ungefähr einer woche arbeite ich an einem neuen roman. ich schaffte es nicht, mich an die regeln zu halten und erst am 1. november zu beginnen. (für die wörterzählmaschine, wo es ja um das erreichen von 50'000 wörtern in 30 tagen geht, werde ich selbstverständlich erst am 1. november geschriebenes zählen! ehrensache!) doch eben: es schrieb und sprudelte einfach, wollte und musste raus. mein plot gefällt mir, die idee, das konzept. die freude am schreiben hat was aufkratzendes, (über)stimulierendes, so dass ich zurzeit nicht so gut schlafe. aber he nu. es ist eine sehr belebende stimulanz.

am samstag (und zwei weitere samstage im november) besuche ich ein schreibseminar, das der autor lukas hartmann im auftrag der schreibszene schweiz erteilt. ich bekomme das seminar geschenkt! bin ich nicht ein glückskind?!

 

samstag, 13. oktober 2007

meine vergangene woche war ausgefüllt mit sozialen kontakten. reich. überreich. 

der besuch bei salomé*, die nun nicht mehr auf der intensivabteilung liegt, war sehr kraftvoll. wir haben geredet und gelacht und sie möchte ihre erlebnisse aus der zwischenwelt nun ordnen. ein wunder! bereits nach zwei wochen konnte sie verlegt werden! ähnliches dauert normalerweise sechs bis acht wochen, hörte ich munkeln! ich bin sooo dankbar!

ich erhielt noch mehr spannende impulse zum thema wünschen, worüber ich ja einen artikel schreiben soll. mit dem ersten buch von colin c. tipping habe ich eine reihe von ganz konkreten heilungsschritten in meinem leben vollenden können, die wie darauf gewartet haben, dass ich ihnen die erlaubnis gebe, sich zu zeigen.

mit den ansätzen der radikalen vergebung, die so fast gar nichts mit der herkömmlichen vergebung zu tun hat, kann ich vieles in meinem leben - auch im umgang mit mir selber - neu aufrollen und integrieren.

*****

ich erlaube mir hier einen ausschnitt von tippings website zu integrieren. wer gwundrig ist und das konkrete modell besser verstehen möchte, kann auf der website weiterlesen: siehe www.tipping-methode.de

Erster Schritt: "Schau, was ich kreiert habe!"
Es ist ein spirituelles Gesetz – bestätigt durch die Quantenphysik und andere Wissenschaften – dass das, was in der Welt geschieht, ein Abbild unseres Bewusstseins ist. Wenn wir uns also sagen „Schau, was ich gemacht habe!“, dann öffnen wir uns für die Möglichkeit, dass wir an der Erschaffung dessen, was geschieht, einen Anteil haben. Wir lassen zu, dass unser Tun unserer Heilung und unserem spirituellen Wachstum dient. Dies ist unser erster Schritt auf dem Weg zur Übernahme von Verantwortung für das, was in unserem Leben geschieht.

Zweiter Schritt: "Ich bemerke, dass ich urteile und liebe mich trotzdem."
Dieser Schritt ermöglicht uns, unsere Menschlichkeit anzuerkennen und liebevoll anzunehmen. Als Menschen verbinden wir automatisch eine ganze Reihe von Beurteilungen, Interpretationen und Überzeugungen mit allem, was in unserem Leben passiert. Wenn wir dies jedoch klar erkennen, bewahren wir unsere Bewusstheit und können mit unseren Gefühlen und unserem authentischen Selbst in Kontakt bleiben.

Dritter Schritt: "Ich bin bereit, die Vollkommenheit in der Situation zu sehen."
Die Bereitschaft ist der wichtigste Schritt im Vergebungs-Prozess der Tipping-Methode. Dies ist der Punkt, an dem wir uns die Ansicht erlauben, dass sogar in diesem, von uns vielleicht als schrecklich empfundenen, Ereignis eine Art göttliche Vollkommenheit am Werk sein könnte. Und dass wir sie möglicherweise erkennen könnten, wenn wir imstande wären, das ganze Bild zu sehen.

Vierter Schritt: "Ich entscheide mich für die Kraft des Friedens."
Der vierte Schritt ist die Konsequenz der vorangegangenen Schritte. „Frieden“ meint hier die Art von Frieden, die wir fühlen, sobald wir bereit sind uns der Vollkommenheit der Situation hinzugeben. Dies gibt uns die Kraft, die wir brauchen, um in der Welt vollständig bewusst zu handeln.

*****

heute abend kommt mein göttibueb janus* endlich mal wieder zu mir, bis morgen. wir werden die zeit bestimmt sehr kurzweilig verbringen und morgen im papilliorama schmetterlinge bestaunen.

so, jetzt werde ich noch einkaufen gehen...

 

sonntag, 7. oktober 2007

salomés* gesundheitlicher zustand verbessert sich langsam, aber stetig. ich war am mittwoch bei ihr und konnte bereits ein paar kleine worte mit ihr wechseln. zwar arbeiten noch nicht alle organe selbständig, weil es immer noch wasseransammlungen hat, die deren funktionen beeinträchtigen, doch bin ich persönlich davon überzeugt, dass sie auch das schaffen wird. einfach so ein starkes gefühl in mir.

ansonsten bin ich in einem intensiven prozess, der - ausgelöst durch die sara-bücher und den heilungsprozess von salomé* - mit dem grossen thema 'wunscherfüllung' zusammenhängt. die vielen fragen, kritische und zweifelnde, ebenso wie anregende, die ich habe, beleuchte ich anhand verschiedener texte und eigenem hinspüren. ob sie sich beantworten lassen, weiss ich nicht. ich bin mir je länger je mehr bewusst, wie grossartig jedes einzelne leben ist. auch die freundschaft zu mir selber ist stabil und mir gehts wunderbar.

diese genialen steine hat mir gestern mein lieblingsbruder geschenkt, der mit meiner schwägerin neulich in korsika ferien machte. nicht wissend, dass ich erst neulich mit steinmanndli (siehe eintrag vom 16. sept.) eine sehr berührende erfahrung machen durfte, steckte er sie mir beim abschied in die tasche. das gesetz der anziehung funktioniert offenbar perfekt. auch meine freundin sabine* hat mir bei ihrem besuch vor zwei wochen eine ähnliche überraschung bereitet. sie schenkte mir ein glasgefäss mit steinen und zwei bambusstängeln, die bereits ausgeschlagen haben. auf dem kiesgrund steht, wen wunderts?, ein steinmanndli. die schale selber versinnbildlicht mir, dass mein leckes gefäss - also wie ich mich und mein innenleben vor noch gar nicht langer zeit wahrgenommen hatte - endlich heil und dicht ist und ich so all das gute des lebens annehmen kann. um danach aus dem vollen schöpfen und teilen zu können.

heute wurde ich zeugin eines wunderbaren naturereignisses, wenn auch der ganz zarten art. als ich im wald auf einem besonnten gefällten baumstamm rastete, kam ein wundersames insekt und setzte sich in meine unmittelbare nähe. ob stabheuschrecke oder libelle vermag ich als banausin nicht zu sagen. es hatte jedenfalls eine art stachel oder dorn, der wie eine art schwanz oder antenne zu funktionieren scheint. die acht beine wurden gezielt eingesetzt, um einerseits vorwärts zu kommen, andererseits um nach nahrung zu tasten. wegen einer bewegung von mir, flog dieses wunderschöne tier wieder weg, um nach einer minute oder so, wieder zu landen. auch diesmal war es eine weile da und flog wieder davon. ich dachte so für mich, wie schön es wäre, wenn es noch ein drittes mal käme. kaum dachte ich diesen gedanken, landete es schon auf dem baumstamm nebendran. ich dachte: ach, komm doch wieder näher! und schon flog es näher.

da scheint eine art kommunikation oder vielmehr wunschübereinstimmung vorhanden gewesen zu sein. schliesslich kam und blieb es. irgendwann begann es eine stelle immer mehr einzukreisen. fütterung war angesagt. um sich durch die borkige rinde zu saugen (oder was auch immer) brachte es alle beine in einen engen kreis zusammen, klappte den stachelschwanz um und bohrte sich so wohl ein loch. oder vielleicht machte es auch bloss yoga? denn so ähnlich sah es aus. als ein grosser weberknecht vorbei kraxelte, begrüssten sie sich kurz und beide liessen sich nicht beirren. später kam ein artgenosse und kraxelte ebenfalls in der nähe herum. sie liessen sich in ruhe. 

für mich war diese beobachtung deshalb so faszinierend, weil ich begriff, wie jedes wesen seiner wahrnehmung gemäss handelt und reagiert. ich vermute, dass diese tiere nie daran gezweifelt haben, dass es genug für alle hat. jedes lebt seiner art gemäss und verschwindet, seiner art gemäss, möglicherweise eines tages im schlund eines vogels. nur wir menschen haben oft vergessen, wie leben geht und dass es eigentlich für alle genug hätte und dass es so etwas wie ein naturgesetz des gleichgewichtes und des wohlbefindens geben muss.

 

samstag, 29. september 2007

nach bangen tagen, vielen telefongesprächen, besuchen im spital und unzähligen persönlichen gesprächen sind wir alle am ausatmen, durchatmen. wie es aussieht, hat salomé* den tiefpunkt überschritten und bewegt sich wieder aufs leben zu. noch steht diese prognose noch auf wackeligen beinen, aber wir haben alle so viele innere erlebnisse der tröstlichen art gemacht, dass ich nun darauf vertraue, dass diese wahrnehmungen auch wirklich der realität entsprechen. 

hm, was ist schon realität? die neuerliche auseinandersetzung mit tod und sterben, mit krankheit, anfälligkeit, verlustangst und heilender liebe war so aufwühlend. dazu wenig schlaf, viele tränen, unsicherheit, banges abwarten, hoffen... 

über all dem spürte ich - göttinseidank - sehr bald, dass ich mit salomé* in kontakt stand und ihre inneren ressourcen ermutigend unterstützen durfte. auch alle unsere gebete und visualisierungen waren sehr wichtig, sind es noch immer...

daneben schienen alle anderen aktivitäten sehr banal. anfänglich jedenfalls. aber jetzt merke ich auch, dass ich weiterlebe, weiterwebe, und auch meine alltäglichen pendenzen ihre bescheidene wichtigkeit haben. eine aussprache mit m* war not-wendig, gut und wichtig. 

dann stecken wir in den vorbereitungen auf eine spezielle schreibszene-veranstaltung in bern, eine neuerliche lesung... 

ja, wieder ganz wichtig für mich ist das schreiben geworden. ordnen. mich wiederfinden.  sammeln wohl auch. hm, ja, für mich ist schreiben wohl das, was früher den jägern das jagen und sammeln war?

gesammelt und gefunden habe ich zwei wunderbare jugendbücher...

... worin auf sehr einfache und untheoretische weise über die macht unserer gedanken in bezug auf das gesetz der anziehung (die kunst, das glück zu locken, luisa francia lässt grüssen!) geschrieben ist. ich hatte schon viele aha-erlebnisse. auch begreife ich in meinem leben mehr und mehr zusammenhänge, die ich mit negativer grunderwartung angezogen habe. ich sehe ja oft das, was ich sehen will. interpretiere negativ undundund. daran arbeite ich bewusst. ich will das positive und heilsame in mein leben ziehen, und es scheint in den letzten wochen gut zu funktionieren, obwohl ich noch anfängerin bin.

diese bücher setzen neue impulse, die mir theoretisch nicht neu sind, aber neu ermutigend! gerade auch in bezug auf salomés* heilungsprozess!

 

mittwoch, 26. september 2007

heute 'missbrauche' ich mein tagebuch für einen aufruf: bitte, liebe leserInnen, betet für meine freundin salomé*, die seit ein paar tagen auf der intensivstation liegt...

heute morgen bekam ich einen anruf von jenem gemeinsamen freund, bei dem salomé* zurzeit wegen ihrer arbeit temporär wohnt (ansonsten wohnt sie ja in frankreich). seit zehn tagen hatte sie unerträgliche schmerzen in der schulter und die ärzte fanden oberflächlich untersucht und auch auf dem röntgenbild nix. wir telefonierten letzte woche ein paarmal und ich riet ihr, das ganze ernst zu nehmen. jedenfalls... es wurde dann ganz schlimm und am sonntag abend musste sie notfallmässig ins spital, sonst wäre sie an blutvergiftung/infekt gestorben. das blut wird gereinigt, die infekte wurden ausgespült. doch noch immer schwebt sie zwischen leben und tod und ich bete, dass sie überlebt. klar. ich will sie nicht verlieren... heute nachmittag gehe ich nach zürich, auf unbestimmte zeit. die reise ist mir zuwider, aber ich will bei ihr sein. sie hat mir immer ihre vollumfängliche liebe und freundschaft gegeben. ich liebe sie wie meine schwester... ich bin total durch den wind. stelle mir vor, wenn sie sterben würde undundund... nicht auszudenken. so schrecklich...

eigentlich wäre diees ja schon genug an traurigen neuigkeiten. doch gestern abend ist zu allem noch meine mäusin victoria in meiner hand gestorben ist. nach bereits drei tagen pflege - sie kam dazu bisher jeweils selber aus den hobelspanbergen rausgeklettert -  musste ich sie gestern richtiggehend ausbuddeln, als ich sie pflegen wollte. sie war ganz ausgekühlt und hatte zuckungen. ich nahm sie raus. trinken (kamillentee mit schüsslersalzen) tat sie diesmal kaum noch, nur ein bisschen apfel hat sie geknabbert... dann legte ich sie mir auf eine warme bettflasche auf den bauch (sofa) und streichelte sie über eine stunde. redete mit ihr über den tod und die andere welt. schliesslich wurde sie ruhig, die zuckungen hörten auf. aber dafür klapperte sie so seltsam und fiepte... schliesslich eine letzte heftige zuckung und dann ruhe. so geht sterben. sie sieht ganz friedlich aus... ich werde sie heute beerdigen, im wald. das war das erste mal, dass ich dem tod zuschaute. friedlich und schmerzvoll.

mein schönes langes wochenende mit meiner freundin sabine* aus deutschland war intensiv, die wanderung im oberland wunderschön... seltsam, das kommt mir jetzt - unter den aktuellen umständen - schon weit entfernt vor. 

das leben... unberechenbar...

 

freitag, 21. september 2007

herbstanfang - altweibersommer - spurenheft-erscheinung - liebe mails - schöne gespräche - zufriedenheit - wohlgefühl - dankbarkeit

 

sonntag, 16. september 2007

heute nachmittag habe ich mit einem tollen menschen einen wunderbaren ausflug gemacht: ich bin mit mir ans schwarzwasser gefahren. mit picnic. war das schön! ich habe zuerst lange einfach mit geschlossenen augen auf den steinen sitzend, dem schwarzwasserrauschen zugehört, das gesicht wie eine sonnenblume der sonne zugewandt, die füsse bloss, mit wasser und sand paniert.

dann verlockten mich die schönen steine zum steinmanndli bauen. zuerst ein kleines, später ein grösseres. diese meditative ‚arbeit’ hat mich zu mancherlei gedanken inspiriert... 

jeder stein steht für einen teil, für ein ereignis meines lebens. ich suche ein paar, die mir für meine zwecke geeignet scheinen. möglichst gleichmässige suche ich, möglichst flache. aber finde mal den perfekten stein! den idealen stein! wie im richtigen leben sind sie alle unsymetrisch, unregelmässig. und doch genau dies macht ihre schönheit aus! das leben ist weder symetrisch noch ideal. auch nicht vorhersehbar. ich baute und fand immer wieder den schwerpunkt des turmes, den ich baute, bis er schliesslich einstürzte und ich über den letzten stein, der den sturz ausgelöst hatte, nachdachte. bringt immer der letzte den turm zum einstürzen? oder ist es das darunter liegende, das nicht passt? bauen wir immer solange bis der turm einstürzt? oder aber stürzen unsere türme nicht oft schon mittendrin immer mal wieder ein, so dass wir sie neu bauen müssen? bis wir die für uns 'richtige bau-alchemie' herausfinden - den lebenssinn?

die gesetzmässigkeiten der schwerkraft sind ebenso zu beachten wie die reihenfolge. der eine stein passt besser auf diesen stein als ein anderer. auch die reihenfolge ist wichtig. aufs leben übersetzt, begreife ich: jedes ereignis führt zum nächsten. die chemie muss stimmen, ebenso wie die der ereignisse, die ich wähle, anziehe oder ‚die mir passieren’. vieles ist eigene wahl, vieles ist höhere wahl, und die vielen warum-fragen sind wie immer nicht wirklich dauerhaft zu klären... ein grosser stein kann auf einem kleineren brocken liegen, wenn der schwerpunkt ausgeglichen ist, also die balance stimmt. und der letzte stein

'meine' beiden türme, ein kleiner und ein grosser, bleiben gelassen da stehen, selbst mit ihrem letzten stein obendrauf. sie stehen noch immer, als ich weitergehe. wann werden sie einstürzen? und wenn? ein einsturz zerstört einzig und allein meine vergängliche schöpfung, nichts mehr, aber auch nichts weniger... die steine gehen dabei nicht kaputt, sie verändern nur ihre lage... so sehe ich den tod. und das leben. nichts geht verloren... alles ändert sich stetig. alles ist in wandlung...

dieses erlebnis mit den steinen hat mich sehr berührt und mit dem leben versöhnt, war ich doch erfüllt von vielen warum-fragen, die das buch ‚melnitz’ (von charles lewinsky, jüdische familiensage, die auch den holocaust einbezieht) bei mir ausgelöst hat. rassismus, genozid und vieles mehr beschäftigen mich, das ‚böse’ im menschen einmal mehr... das vorbeiziehende wasser, die ruhe der steine und bäume und das erkennen, dass hinter dem sichtbaren das unsichtbare ewig ist, haben mir trost gegeben. ganz erfüllt und beglückt konnte ich mich auf den heimweg machen, diesen wunderbaren herbsttag auskostend...

 

sonntag, 9. september 2007

entspannen nach der lesung

hier tausche ich (mitte) mit b. und fatima (schreibszene-initiantin) über die gelungene lesung aus...

den gestrigen tag werde ich noch lange in allerbester erinnerung behalten! ich habe - mit anderen schreibverrückten - in der buchhandlung stocker in luzern aus meinem im november 06 verfassten roman vorgelesen! siehe: www.schreibszene.ch. da ich in der letzten gruppe war, musste ich lange bibbern, bis ich dann endlich dran war. der einzige schönheitsfleck dieses tages war ganz eindeutig die nervosität. auch in der nacht davor habe ich vor lauter aufregung lange nicht einschlafen können. tröstlich war, dass es den anderen zwanzig lesenden ähnlich gegangen ist! :-) 

das spektrum der gelesenen texte war ein breites: von fantasy über krimi, von poesie zu liebesgeschichte... am schluss bestand ein grossteil des publikums aus den teilnehmenden unseres kunterbunten schreibforums, dazu noch freunde, freundinnen und angehörige. als ziemlich grosse gruppe suchten wir, leider erfolglos, nach einem grossen restaurant, und fanden uns schliesslich auf einer grossen treppe, glacéessend und austauschend wieder. das zugehörigkeitsgefühl in dieser schreibgruppe ist phänomenal. ich habe die gestrige lesung nicht ein einziges mal als konkurrenzkampf empfunden, sondern, im gegenteil, viel solidarität erlebt. mich erfüllt es mit dankbarkeit, dass ich durch das letztjährige novemberschreiben endlich den mut gefunden habe, meiner schreibe auch die öffentlichkeit (und umgekehrt) zuzutrauen... oder zuzumuten? :-)

 

freitag, 31. august 2007

heute gelesen: „Nichts ist schwerer und erfordert mehr Charakter, als sich in offenem Gegensatz zu seiner Zeit zu befinden und zu sagen: Nein!“
(Kurt Tucholsky, deutschsprachiger Schriftsteller, 1890-1935)

ich denke über normalität oder besser über die lüge 'normalität' nach. bei mankell ('die italienischen schuhe') war da in einem gespräch etwas darüber, das mich sehr beschäftigt hat. „Es gibt keine Durchschnittsmenschen. Das ist ein verzerrtes Bild der Welt, das Politiker uns aufzwingen wollen. Dass wir zu einer endlosen Masse der Durchschnittlichkeit gehören, ohne die Möglichkeit oder den Willen zu haben, uns als Individuen zu behaupten. Es wird so verzweifelt viel über Durchschnittlichkeit gesprochen, die es nicht gibt. Oder es ist nur eine Entschuldigung für gewisse Politiker, die Menschen herablassend zu behandeln.“ (S. 166).

gestern oder vorgestern ist die neue exit-zeitschrift gekommen. es hat, wie immer, viel über das thema suizid drin, eine diskussion, die aus ethischen und moralischen gesichtspunkten geführt wird. aus einem interview mit dem ehemaligen exit-leiter möchte ich hier etwas zitieren, das mir imponiert hat. es geht um die ansicht der reformierten kirche zum thema suizid. er antwortet: „Wenn es dort (also in den reformierten papieren) heisst: ‚Menschliches Leben und Sterben liegt letztlich nicht in der Vefügungsmacht des Menschen’, trägt man der Tatsache in befremdlicher Weise Rechnung, dass Leben und Sterben durch die moderne Medizin eben weitgehend in die Verfügungsmacht der Menschen geraten sind“ (Zitat Werner Kriesi, Ende).

macht und ohnmacht. suizid. tabus. lebenslust. lebensunlust.

glücklich sein ist unkuhl! alles muss möglichst lifegestylt sein, auch das aufgesetzte lachen. nicht glücklich, aber erfolgreich und beschäftigt. ja keine unausgefüllte minute. nichts schockiert uns noch. wir sind derart stresskompatibel, krisenmodifiziert und abgebrüht, dass uns nichts mehr etwas angeht. die gehirnwäsche unserer wirtschaft greift. wir sind genormt. und der kollektive seufzer über einen neuen skandal hat locker zwischen mittagessen und kaffee platz. die reizüberflutung hat ihr ziel erreicht.

und dann wünschte ich mir ganz einfach, dass wir - wir, die wir hier und heute leben -  uns nochmals so richtig empören könnten, so wie früher, als wir jung waren und auf die strasse gingen, um unserer empörung luft zu machen... na ja. es hat ja nix gebracht. warum also kämpfen?

das tabu ist ein mit grenzen umgebenes, eingezäuntes gebiet. es ist eine abmachung, eine art vertrag. gesellschaftliches kollektives 'gewissen'. eigentlich ein schutz, schutz für kinder, für tiere...

sich diesen tabus zu nähern, hat zwei heikle seiten:
erstens: weil ich diese grenze respektiere, besonders dann, wenn ein bestimmtes thema bei einen menschen so viel wut, schmerz, traurigkeit usw. auslöst, wenn es angerührt wird, werde ich gewisse tabus niemals brechen. (möglicherweise wird die zeit kommen, wo dieser mensch um der prozesse willen, sein tabu öffnen und darüber reden/schreiben kann.)
zweitens: es ist bei der menschlichen rasse eine art wettbewerb im gange, den ich fragwürdig finde: wer findet die letzten tabus, die noch zu brechen sind? wir menschen finden es geil, wenn ein tabu gebrochen wird. kann mir jemand sagen, wozu das gut sein soll?

okay, es gibt tabus, die für mich aber nicht als solche gelten, die gebrochen werden müssen. beispiel: ein päderast sagt zum 'benutzten' kind: "schweig! sag es niemandem! dieses tabu darfst du nicht brechen!" solche tabus meine ich natürlich nicht!!! diese sollen, dürfen, müssen gebrochen werden!

möglicherweise ist die grassierende lustlosigkeit (sex und überhaupt, generell die lebenslustlosigkeit) die kollektive antwort auf die jahrzehnte lange reizüberflutung und auf die nabelschauen aller art ist? das pendel schlägt zur anderen seite.

letztes tabu: wirklich mit sich allein sein. still sein.

wie immer gehts mir bei diesen philosophierereien um den respekt grenzen gegenüber.

 

samstag, 25. august 2007

ich habe eine ziemlich depressive zeit hinter mir. stecke teilweise noch immer drin. (siehe letzter eintrag). ausgelöst durch meine offensichtliche wg-untauglichkeit kamen alte fragen hoch, alte wunden rissen auf: kann ich überhaupt noch vertrauen? menschen? der göttlichen welt? mir? dem leben? sinnfragen auch. das sind nur einige wenige davon, spitzen des eisberges. obwohl ich mir bewusst bin, dass ich in dieser verfassung alles schwere und schattige nicht mehr relativieren kann. alles sehr schwer und subjektiv gewichte. die fragen, was sich unter diesen wunden verbirgt und wieso es genau dort so sehr weh tut, habe ich noch nicht gelöst, doch der fortwährende austausch mit freundinnen hat gut getan. ganz besonders das lange telefon gestern mit salomé*, meiner lieben freundin, die in frankreich lebt.

heute war ich an einem treffen mit anderen schreibfreaks der schreibszene schweiz (www.schreibszene.ch). weil unsere coachin für die neue website fotos braucht, verbanden wir das nützliche mit dem angenehmen. fotos machen und dabei neue leute zu sehen und altbekannte zu treffen. einerseits hat es mir total spass gemacht unter den leuten zu sein und andererseits war es auch total anstrengend.  

doch zuerst will ich hier ein paar gedanken über meine ewige ambivalenz erzählen: vorhin, also nach meiner heimkehr und einer kleinen siesta erkannte ich, dass sich dieses mein ständiges 'einer- und andererseits'-feeling wie ein roter faden durch mein leben windet. ich sah ein paralleles schienenpaar vor mir. ich bin genauso sehr ich, wenn ich unter menschen bin, sagte ich mir, wie wenn ich alleine oder nur zu zwei bin. ich bin auch: unterhaltsam, teilnehmend, nachfragend, interessiert, lache gerne mit anderen, philosophiere, plaudere... ich habe mich heute nicht unauthentisch erlebt. ich interessierte mich wirklich für die menschen. ich beobachte, ich nehme wahr, ich registriere und analysiere in einem fort. ständig. es 'tut mir', es denkt, es nimmt wahr in mir. das bin ich nicht weniger, als diese jana*, die ich jetzt bin, schreibend, alleine mit mir und meinen gedanken. und: ich geniesse es nicht weniger. es strengt mich aber sehr an. ich will akzeptieren und respektieren, dass ich so bin. diese zwei parallelen schienen befahre, wie eine eisenbahn. punkt.

das treffen war witzig, wir waren etwa zwanzig leute. anschliessend an die fotografiererei waren wir, zu acht, noch essen. doch zuvor machten wir noch kurze videostatements. zuerst wollte ich kneifen, aber nachdem mir ein paar nachgeholfen hatten („also DU musst unbedingt, jana*!“) sagte ich dann doch ein paar sätze. über die leidenschaft des schreibens und so... mal schauen, was daraus wird.

 

freitag, 17. august 2007

nach einer sehr kreativen und sprudelnden zeit, oder mitten aus dieser auftauchend, halte ich inne. zwei geschichten sind fast schon bereit, um an wettbewerben teilzunehmen. mein roman wird täglich mehr geschliffen und gefeilt und so sind 17 tage ohne die arbeit im heim vergangen. 

mein regenerationsakku ist dennoch, aber aus anderem grund, nun fast leer. schon drei wochen und einen tag wohnt martina* bei mir. als hätte ich in dieser zeit den atem angehalten um diese zeit mit martina*, zu der ich mich selber verpflichtet fühlte, möglichst schnell hinter mich zu bringen... und jetzt? jetzt meldet sich mein körper, jetzt, wo es schon fast vorüber ist. mit halsweh, mit fiebergefühlen, mit schlafproblemen, mit erschöpfung...

hach, ich weiss nicht, was martina* sich manchmal denkt. etwa um 14 uhr begann sie zu packen. um halb fünf sollte sie fertig sein, weil m* kam, um ihr beim umzug in die neue wg zu helfen. echt! nun wird sie eine weitere nacht hier übernachten, um morgen hier den rest zu packen. dann wird sie ihre neue wg beziehen. ihre sachen sind nun grösstenteils schon dort. für den rest brauchen sie ein grösseres auto als meins heute.

ich merke, wie die dichte (spirch: überstimulation) zugenommen hat und das gefühl, jetzt dann gleich zu platzen, sehr akut ist. ich habe mich extrem zusammengerissen, meine nerven immer auf später vertröstet, mir gesagt: nur noch bis heute aushalten! als sie fragte, ob sie noch eine nacht bleiben könne, sagte ich halt: okay. nicht, dass sie nicht eine tolle junge frau ist, aber es ist halt einfach so, dass ich so mühe habe, meine höhle zu teilen.

natürlich, es ist absehbar und mag wie egoismus und überreaktion wirken. tatsache ist aber, dass ich so bin, wie ich bin: und jetzt bin ich eben total erschöpft und innerlich überdreht. ich spüre, wie ich mich nach alleinesein in meinen vier wänden sehne. wie sehr ich mich darauf freute, wieder alleine zu sein heute abend! nun muss ich die vorfreude wieder neu verschieben. auf morgen. auch kam nie ein 'merci', auch jetzt nicht für mein auto. manchmal denke ich, dass die heutigen jungen nicht mehr spüren, dass eben nicht einfach alles selbstverständlich ist. auch punkto haushalt musste ich mich oft zusammen nehmen, doch habe ich meine bedürfnisse formuliert und darauf bestanden, dass sie meinen sauberkeitsstandard respektiert.

ich erlebe zurzeit auch m*s präsenz irgendwie zu stark. wir wollten heute ins kino gehen, doch ich fühlte mich dazu zu wenig fit, weshalb ich absagte. ich denke, mein körper will mir sagen, dass ich mich von der ganzen familie vorläufig zurückziehen soll. ich werde zukünftig, zumindest vorläufig, nichts mehr mittragen. nichts mehr teilen. ausser was janus*, meinen patensohn, betrifft.

das ‚meinen raum teilen’ könnt ihr euch so vorstellen: es ist für mich fast so, als würde jemand ständig durch mein schlafzimmer wuseln, durch meinen heilgarten. es geht mir zu nahe und es ist, als wäre mein raum ständig offen, im durchzug und nicht mehr geschützt, damit nicht mehr mein kraftgebender ort. mein raum: das sind meine gedanken, meine energiequellen, meine gefühle und meine träume. ich kann das gar nicht erklären und von aussen scheint es wohl so, als wäre meine reaktion nicht adäquat. aber immerhin: ich stelle mich diesbezüglich nicht in frage. es ist einfach so. und es ist auch in ordnung, obwohl ich mir hin und wieder gewissensbisse mache.

 

dienstag, 7. august 2007

gestern war ich mit einer lieben freundin und ihrem kleinen sohnemann im dählhölzli (berner tierpark) und an der aare. das erlebnis, wieder einmal mit einem 3jährigen knirps unterwegs zu sein, war natürlich ambivalent. da er jedoch sehr anders ist als lars, war es nicht gar so hart. so richtig typisch und - sehr genussvoll für das zusammnsein mit (kleinen) kindern - ist für mich deren gegenwärtigkeit, ihre aufmerksamkeit, ihre intensität. und ich begann unweigerlich, wieder aus den augen eines kindes zu schauen. das krokodil! die fische! auch die seehunde und all die anderen tiere. 

wenn ich jeweils im dählhölzli bin, geniesse ich immer diese zwar seltenen, aber doch so kostbaren kurzen momente, wenn ich auge in auge mit einem einzelnen tier sein kann. als reptilienliebhaberin genoss ich es gestern, eine ganze weile beim krokodil zu verweilen. später auch bei den pinguinen...

und natürlich genoss ich die vertrauten gespräche mit meiner freundin. das 'sich verstehen ohne worte'.

dass ich am morgen den artikel abgemailt und am abend bereits ein ermutigendes feedback erhalten hatte, trägt dazu bei, dass ich mich irgendwie sehr erleichtert fühle. ich wünsche mir, regelmässig gegen bezahlung über spannende themen schreiben zu können. diese leidenschaft endlich leben zu können.

heute, wieder mal so ein tag für mich, da martina* unterwegs ist, möchte ich mich einerseits der überarbeitung meines romanes widmen (huch! die lesung ist ja schon in einem monat!!!!) und aber auch in sachen arbeitsfindung die fühler ausstrecken. möge ich genau das richtige zur richtigen zeit finden.

 

sonntag, 5. august 2007

noch immer tanze ich auf dem seil (siehe 27.7.). ich bin in einer sehr luftigen verfassung und eher aufgekratzt. so viel war los. martinas* geburtstagsfest war schön, aber dennoch merke ich, dass ich mich tendenziell wieder eher am liebsten alleine oder in kleinstgruppen (zu zweit oder dritt) aufhalte. da spüre ich mich am besten.

"Ich übe auch, mich selber, inmitten einer Gruppe, bewusst wahrzunehmen. Dass ich, wenn ich andere Menschen intensiv spüre, Gefahr laufe, das Gefühl für mich und meine eigenen Bedürfnisse zu verlieren, ist eine grosse Herausforderung an mich. Dadurch werde ich mit ambivalenter Verlustangst konfrontiert, denn ich will weder mein Gefühl für mich selber verlieren, noch die Lust, andern gegenüber mitfühlend zu sein." (Zitat aus meinem Artikel; © by dm/Jana)

(erscheint im Spuren-Heft Herbst 07, Nr. 85)

tja, meinen artikel habe ich aufgrund kompetenter kritiken nochmals gründlich überarbeitet. aber nun haben ihn meine beiden kritisierenden abgesegnet und morgen sende ich ihn ab. 

mein letzter arbeitstag war rührend, berührend. viele liebe wünsche, komplimente und begegnungen. und auf dem heimweg hab ich doch tatsächlich geheult.

am 1. august war ich mit freunden und freundinnen auf dem weissenstein am 'uhuru' (musik und tanz-festival). es gab sehr schöne begegnungen, gespräche und ich genoss die natur, ist doch der weissenstein einer meiner lieblingsberge, den ich unzählige male mit claudio* und auch mit lars besucht habe. natürlich in der 'luftgondelibahn' hochschwebend, was für lars eins der höchsten aller gefühle darstellte.

zum richtig ruhig werden und mich auf arbeitsfindung zu machen, bin ich noch gar nicht gekommen. freitag und samstag war ich in zürich und traf liebe freunde. gestern genossen wir bäder in der limmat, die doch tatsächlich 21 grad warm ist. so erfrischend! 

meine wg mit martina* ist eine sehr grosse herausforderung. einerseits möchte ich, dass sie sich wohl fühlt, aber aus energetischen gründen fühle ich mich selber oft nicht wohl, fühle mich sehr oft beengt und unfrei, kann schlecht meinen raum teilen und fühle mich generell - auch wegen all der anstehenden pendenzen - leicht überfordert und überstimuliert. ich weiss nun auch, dass ich einfach am wohlsten bin, wenn ich alleine wohne. das ist mein ding.

hier noch zwei texte, die ich gestern von einem zürcher freund kopiert habe. 

Jeder ist ein Künstler - von Joseph Beuys (hier klicken; PDF-Datei)

Ich suche nicht, ich finde - Pablo Picasso (hier klicken; PDF-Datei)

 

freitag, 27. juli 2007

ich fühle mich in diesen tagen als würde ich seiltanzen. jene mischung aus lustvoller herausforderung dem leben gegenüber und der sehnsucht, bereits drüben zu sein. was auch immer 'drüben' ist... (denn das ist mir nicht so klar...). 

mein letzter arbeitstag rückt näher. heute sowie am montag und am dienstag habe ich mich bereits von arbeitskollegInnen verabschiedet, die entweder in die ferien gehen oder mit denen ich das letzte mal gearbeitet habe. schöne erinnerungen an gemeinsame erlebnisse stehen im raum und ich bin zurzeit recht sentimental drauf. einer der bewohner sagte heute in seiner direkten art: "wenn ich dich wäre, würde ich nicht gehen, sondern bei uns bleiben." und ich gebe es zu, ich habe auch schon gedacht: "spinne ich eigentlich! ich verlasse einen sicheren arbeitsplatz mit lieben leuten und gutem lohn!" ja, so ist es: ich spinne! ich spinne mir einen neuen lebensnetz-abschnitt und bin oft in einer ziemlich grüblerischen stimmung, auch eher mit rückzugsbedürfnissen. was so gar nicht zur jahreszeit und dem endlich doch noch erwachten sommer passt. die sonne lockt nach draussen. manchmal gelingt es ihr! :-)

martina*, m.s* tochter, wohnt seit gestern bei mir. morgen feiern wir ihren 18. geburtstag und deshalb konnte sie endlich ihr sehr angespanntes 'mutterhaus' verlassen. was sie aus ihrem leben und der endlich erlangten freiheit anfangen wird? wow! die mütterliche gehirnwäsche hinter sich lassend, endlich selber denken zu dürfen! ich wünsche ihr viel heilung. ich glaube, da sie auch eine hochsensible frau ist, dass wir es zusammen gut haben werden. sicher, ich bin froh, wenn sie dann ihre eigenen vier wände gefunden hat. aber ich bin zuversichtlich, dass wir beide eine gute zeit haben werden. sie respektiert mein bedürfnis nach alleinesein voll. 

mein artikel ist fertig (vier seiten über hochsensibilität für eine zeitschrift) und in der 'vernehmlassung', will heissen, bei zwei tollen menschen, die das knowhow haben, sich mit dem text kritisch und auf fehler achtend, auseinanderzusetzen.

meine im april neu entfachte liebesbeziehung zu m* habe ich nun, zusammen mit ihm, doch wieder in eine liebe freundschaft gewandelt. hmmm. ich glaube einfach, dass unser beider chemie am besten in dieser form - unter einbezug der kinder - funktioniert. kommunikation und toleranz sind unsre grössten stärken. so ein geschenk.

 

mittwoch, 18. juli 2007

seid dabei, wenn wir novemberschreiben-teilnehmenden am 8. september 07 in der buchhandlung stocker aus unseren werken vorlesen. beginn: 9:15 uhr. ich werde dasein. lasst euch überraschen!

mehr infos/einladung als PDF-Datei (hier klicken).

programm unter
http://www.schreibszene.ch/

 

dienstag, 17. juli 2007

heute habe ich eine stunde für die welt meditiert, wozu uns die website www.firethegrid.com aufgefordert und mich das rundmail einer bekannten ermutigt hatte. diese stunde gehörte für mich dem danken. dank an mutter erde, an die erde als planeten. dafür, dass sie uns lästiges gemück noch immer erträgt zum beispiel. 

dabei erfüllte mich eine fast fatalistische, aber keineswegs zynisch gemeinte erkenntnis: die erde lacht über unseren glauben, das wir sie retten könnten. dabei geht es - wie ich es sehe - mehr darum, unsere herzen, unsere gesinnung zu wandeln, mehr hin zu (mit)verantwortung zu gelangen. dabei könnte mutter erde uns mit einem kräftigen schütteln loswerden und sich selber heilen. was aber nun nicht heisst, dass unser tun nichts nützt. doch! natürlich ist es wichtig! denn unsere haltung der heilung beschleunigt die heilung allen lebens. daran zweifle ich nicht.

"ich lebe mein leben in wachsenden ringen, die sich über die dinge ziehn." dichtete eins rilke. mehr ermutigendes von diesem sehr sensiblen dichter habe ich von einer lieben freundin bekommen (mehr: hier klicken).

ob es statt 'in wachsenden ringen' nicht besser 'in wachsendem ringen' heissen müsste, ist mir bis heute nie so ganz klar. obwohl ich den text gut kenne. obwohl ich ja das ringen und kämpfen und gegen etwas antreten langsam aber sicher hinter mir lassen will!

dennoch, es tröstet mich immer wieder, diese mir innerlich so vertraute form von sich fragen, suchen und sich auseinandersetzen, in lyrischer form oder auch prosaisch bei anderen menschen wiederzufinden. 

ich bin in den letzten tagen durch heftige emotionale berg- und tallandschaften gewandert. im gegensatz zu meinen absichten bin ich nicht mit m* ins kiental ans dortige open-air gereist, sondern ich zog mich zurück, um zu schreiben, alleine zu sein. zu verarbeiten.

am samstag trat ich eine reise in die vergangenheit an, besuchte lars' grab, 'unsern' damaligen wohnort, den ich zuerst mit lars und dann alleine bewohnt hatte und schliesslich zog es mich an die zulg in steffisburg, an 'unseren' fluss, den ich mit lars unzählige male besucht habe. und auch mit claudio* natürlich. ich spazierte also das letzte stück zu fuss, mit badzeug und liegedecke, zu jener stelle, die ich mir auf der hinfahrt in gedanken ausgesucht hatte. durch den wald. es hatte kaum menschen, weil der platz ziemlich abgelegen ist. die sonne schien durch das blätterdach. sonnenbrunnen allüberall. noch konnte ich mich nicht freuen und doch war so eine spezielle magische stimmung in mir. hinter jedem baum kam mir ein erlebnis mit lars entgegen und ich sah uns beide, es war herbst, auf den hosenböden der regenklamotten auf dem waldbord (der wald steigt zur linken sanft hügelan) auf dem feuchten laub schlitteln. oder ich sah lars, wie er sich unter eine kleine tanne kroch und für die kranke nachbarin sang oder wie wir die bäume umarmten und sie als lift ins sommerland benutzten. und so fand ich nach anfänglichem aufgewühltsein am strand liegend und im kühlen wasser mich erfrischend, tröstliche ruhe und geborgenheit. mich am abend mit lieben freunden zu treffen, passte perfekt zu diesem tag. sogar das lachen und spielen hatten so seinen platz.

dort geschrieben: 

die ameise
klettert
den halm aufwärts
oben
erkennt
sie
dass
vorwärts
nur abwärts
und rückwärts
sein kann

copyright by jana@elterntreffpunkt-girasol.ch

noch arbeite ich knapp zwei wochen im heim. heute hatte ich ein gutes und sehr offenes austrittsgespräch mit meiner chefin. von einer bewohnerin, die ende woche in die ferien geht, habe ich mich bereits verabschiedet. 

gestern erhielt ich von einer bekannten zeitschrift die anfrage, ob ich einen vierseitigen artikel über 'mein' thema, hochsensibilität, schreiben wolle. gerne sagte ich zu. damit hat sich mir ein herzenswunsch erfüllt.

 

donnerstag, 12. juli 2007

ich weiss, einmal mehr, nicht, wie ich mit diesem tag umgehen soll. heute vor sieben jahren hatte ich schon fast presswehen! heute vor vier jahren war lars noch ein paar stunden am leben... soll ich weinen, weil er nicht mehr da ist, oder mich freuen, dass ich ihn kennen lernen durfte und dass er nun drüben leben darf?

>>> was siehst du auf dem bild?
lars nannte dies 'sunnebrunne' ... 'sonnenbrunnen' <<<

mitten in diesem emotionalen durcheinander erreichte mich soeben die wunderbare digitale postkarte einer lieben freundin: 
"Heute für diesen ganz besonderen Tag in deinem Leben wünsche ich dir von ganzem Herzen viele Sonnenbrunnen, um deine tiefe Verbundenheit mit deinem Sohn ganz für dich oder mit einem lieben Menschen an deiner Seite zelebrieren zu können. Pass gut auf dich auf und lass deine Engel auf Erden sich um dich kümmern, damit du dich nicht verlierst und selbst zum Engel wirst. Du bist ein Engel auf Erden und nur so kannst du den Kontakt zu Lars und dir leben. Sei weiterhin eine Brücke zwischen den Welten, denn einen solchen Menschen, eine solch besondere Frau wie du, kann dadurch die Botschaften verstehen, die uns die Engel-Kinder mittzuteilen haben. Fühl dich behütet in deinem Leben, lass die Trauer und den Schmerz fliessen, auf dass die Sonnenbrunnen fliessen dürfen. Ich begleite dich gedanklich an diesem Tag!"

aus meiner antwort: 
"...dass du dich an diesen tag erinnerst! ich heule vor mich hin!
...dass du dich an den sonnenbrunnen erinnerst! ich heule noch mehr!
...dass du dieses wunderschöne bild gefunden hast! und es heult noch mehr..."

dieser text bringt all das zum ausdruck, was ich in mir wahrnehme. ich fühle mich getragen, geborgen, umarmt und lars nahe. ich hatte heute morgen herzliche zwiesprache mit ihm, oder war es mal wieder mehr ein monolog meinerseits? ich spürte ihn jedenfalls ganz fest und ganz nahe. dachte an den kleinen prinzen, der am jahrestag seiner landung wieder zu seinem stern aufgestiegen ist. stellte mir vor, wie es wäre, wenn 'mein kleiner prinz' einfach nochmals landen würde! einfach zur türe reinspaziert käme, als siebenjähriger... ich musste schmunzeln... und doch zerreisst manchmal das vermissen mein herz beinahe. er hat mir so viel hinterlassen. sein lachen. den sonnenbrunnen. und ich bin so froh, dass auch andere sich seiner erinnern!

 

samstag, 7. juli 2007

lavendelduft liegt in der luft, denn mein wohnzimmer duftet betörend! es ist nun voller lavendel oder besser gesagt 'valänder', denn so nannte lars diese seine lieblingsblüten, die wild und ungezähmt auf seinem grab blühen.

ich war heute seit langem wieder einmal bei lars' 'gärtli'. wie immer genoss ich die friedliche stimmung auf dem schönen friedhof. ich habe ziemlich viele stängel rausgeschnitten und zuhause eingestellt, später will ich durftsäckchen machen und verschenken. ich sass selbstvergessen auf meinem küchenfussboden und verteilte die lavendelstängel, je nach länge, auf verschiedene vasen. mitten in der fülle sitzend, die auf lars' grab wächst, fühlte ich mich von dankbarkeit erfüllt und reich beschenkt. lebendiges erbe. ein starkes grosses erlebnis, etwas 'ernten' zu dürfen, das lars mir hinterlassen hat. ein spezielles glücksgefühl von beschenkt- und geehrt werden...

je näher sein geburts- und todestag kommt - am 12. juli jährt sich seine  geburt zum siebten und sein tod zum vierten mal - desto mehr tauche ich in erinnerungen ein. schöne und schmerzhafte wechseln sich stetig ab. 

nachdem ich gestern und heute mit m*s familie zusammen war, geniesse ich jetzt, es ist abend geworden, die ruhe zu hause. morgen wollen m* und ich dann - je nach wetter - wieder die natur geniessen. heute waren wir an unserem lieblingssee. das gerzenseeli trotzt mit seiner temperatur regen und kälte und ist noch immer über zwanzig grad warm, so dass sogar ich das kühle nass geniessen konnte.

heute morgen ist janus* via frankfurt mit mami und grosi wieder einmal nach mallorca geflogen. der kleine bursche wird uns fehlen. vier lange sommerferienwochen wird er mit seinen deutschen verwandten verbringen. eine chance für m* und mich, den beziehungsfaden wieder dichter zu knüpfen. wir haben im alltag einfach zu wenig zeit zu zweit.

an der arbeitsstelle gehts ums abschiednehmen und ich höre fast täglich die eine oder andere empörte oder traurige stimme eines/r mitarbeitenden, der/die mich vermissen wird. unser heimkoch liess sogar, als ich ihm meine kündigung mitteilte, ein lautes "schei...." vernehmen. jetzt muss er sich ein neues opfer, das so schreckhaft wie ich ist, suchen. er macht sich nämlich einen sport daraus, sich an mich heranzuschleichen um mich zu erschrecken. was ihm, leiderleider!, fast immer gelingt!

nun ja, ich weiss noch immer nicht, wie es weitergehen wird, aber ich bin zuversichtlich. doch zurzeit sinne ich an anderem herum, da der todestag von lars mir einmal mehr ans eingemachte geht. was sicher alle eltern, die ein kind verloren haben, verstehen können!

 

montag, 25. juni 2007

eine sehr intensive woche liegt hinter mir...  die ferienzeit fühlt sich unfassbar, ätherisch, sich mir entwindend an... LA VIDA ES UN SOPLO!  (das leben ist ein hauch...) wie wahr! 

ich habe nach ferien jeweils das gefühl 'grösser' geworden zu sein. mehr platz zu brauchen (nicht im körperlichen sinne), mich 'entfaltet' zu haben... nicht, dass ich unter GW leide, einfach so dieses gefühl, mehr mich sein zu können, wenn ich die tage mit den dingen und begegnungen, die ich selber wähle, füllen kann... hach, und dann kommt der 'ach so phöse' alltag und ich muss mich wieder in die vorgefertigte form hineinquetschen...

ein kurzes gespräch, das ich in spanien mit einem vor zwanzig jahren (mit 41!!!) nach andalusien ausgewanderten deutschen führte, der bei 'unserem cortijo' einen schuppen anbaute, war für mich sehr erhellend und klingt nach... nachdem wir eine weile über heimat, herkunft und wurzellosigkeit philosophiert hatten, kamen wir auf die bei uns 'nordeuropäern' verinnerlichte zeiteinteilung und vor allem bewertung von arbeits- und freizeit zu reden. 

er meinte: "seit ich mein leben selbstbestimmt lebe, gibts für mich diesen graben nicht mehr. ich arbeite um zu leben, ich arbeite, was ich gerne machen, was ich gut kann... ich tue, was ich will..."

er ist keiner jener schmarotzer, die es überall gibt, sondern er arbeitet im wahrsten sinne im 'schweisse seines angesichts', geniesst arbeit und den kaffee dazwischen im gleichen masse... 

natürlich verzichtet er zugunsten von allzu viel arbeit auf den einen oder anderen luxus, den wir alle zu brauchen konditioniert sind. aber, wenn ich mir so überlege, wirkte er um einiges zufriedener, wie er da an der mauer baute, als ich mich oft so im alltag wahrnehme... nachdenklich genoss ich meinen restlichen freien tag und philosophierte schnitzend über meine eigene selbstbestimmung und freiheit nach...

und nun bin ich wieder da, noch da, immer noch da, neu, alt, übergänge... alles ist zurzeit so unstabil. alles scheint sich im wandel zu befinden. zeiten der umbrüche brauchen viel energie. ich bin müde. lebensmüde manchmal, stelle alles in frage. beziehungen ebenso wie werte und lebensformen... siebe aus, was zu mir gehört. 

das wochenende, das m* und ich kinderfrei im jura verbracht haben, war auch sehr intensiv. manchmal wünschte ich mir, einfach ein bisschen einfacher zu sein... nicht immer alles grundsätzlich immer wieder und immer wieder hinterfragen zu müssen... aber so bin ich eben. so und nicht anders!

das bad im moorsee ("étang de la gruère"), wo ich vor fünf jahren mit lars und claudio* zum letzten mal gewesen bin, habe ich dann doch einfach, ganz einfach und ganz intensiv und ohne sinn und zweck zu hinterfragen, genossen! :-)

 

sonntag, 17. juni 2007

guggus! ich bin wieder da! reich an erlebnissen und begegnungen.

 
aus angelikas gästebuch

die reise hat bestens geklappt und ich bin echt auf den geschmack des alleinereisens gekommen. ich hatte lauter angenehme sitznachbarInnen und ausser der wetter- und luftlochturbulenzen auf dem heimflug, vor dem umsteigestopp in madrid, ist alles wunderbar gelaufen. auch mein gepäck ist immer schön mitgeflogen und überhaupt ist alleine reise tendenziell stressfreier.


hinflug

die ankunft und das innere ankommen brauchten seine zeit. aber schliesslich hat sich mein herz in diese bergwelt verliebt und ich fühlte mich schon bald sehr wohl...


die alpujarras 
> südseite der sierra nevada (die spanischen alpen sozusagen)<

da die nächte kühl waren und meine decke eher dünn, mummelte ich mich allnächtlich mit zwei bettflaschen ein und schlief so dann doch recht gut. die ganze ferienzeit über wurde ich immer entspannter, war nie überstimuliert und im grossen ganzen sehr bei mir...


blick auf angelikas häuser


die decke meines runden holzhauses

am anfang war ich mit angelika alleine (www.angelika-speigl.de), an meinem geburtstag kam sabine* und zwei tage danach noch kirsten*. 


mein geburtstagsfrühstückstee


das maurische bewässerungssystem

mit jeder neuen frau veränderte sich die gruppendynamik. es war spannend, wie wir uns näher kennen lernten. viele gute gespräche, viel lachen...


nach dem abendessen

angelikas feine gerichte, das schnitzen von speckstein, besuche in den nahe orten, markt-plätzen und städtchen sowie die wilde natur und die herrliche bergluft haben mir sehr gut getan. ich fühle mich erholt und erneuert... innerlich aber noch immer ungewiss, wie es zukünftig konkret weitergehen wird. aber ich weiss mich doch auch angesteckt von der idee, dass sich visionen umsetzen lassen. wie das meine liebe gastgeberin getan hat.


meine specksteinfigur entsteht


in granada

vorgestern die heimreise. gestern dann bereits mit m*, der kinderfrei hatte, in den ausgang, obwohl ich doch vor lauter ankommen, waschen, putzen, einkaufen und mails lesen total müde war. wir besuchten mal wieder die mühle hunziken. mein geburigeschenk in form eines theaters: den 'sünneliblues'. von dänu brüggemann, als hommage an chlöisu friedli, die berner blueslegende, einem hochsensiblen künstler, der sich vor 26 jahren hinter 'seiner' psychiatrischen 'stamm-klinik' das leben genommen hat... (siehe: http://www.theater.ch/suenneliblues.theaterittigen)

heute dann baden im moossee... meine stimmung ist eher gedämpft. ich bin noch immer am landen. bin nicht mehr dort, noch nicht ganz da.

und morgen starte ich meine letzte sechs-wochen-etappe im heim. bin gespannt, wie es weitergeht. 

trotz ungewissheit spüre ich aufwind. ich stelle fest, dass ich mich wieder mehr aufs leben, das noch vor mir liegt, zu freuen angefangen habe...

 

dienstag, 5. juni 2007

morgen um diese zeit - 11:00 - bin ich schon fast auf dem flughafen granada, von wo aus ich dann per transferbus in die stadt fahre. von da fahre ich per überlandbus nach capileira, wo mich angelika abholt... bin ja gespannt, wie es wird. ich habe schon ein wenig den bammel vor der reise. aber inzwischen freue ich mich. gestern morgen, nach der arbeit, (wochenende gearbeitet, dann auch am morgen früh (4:15 bis 6:00 im heim leute für die reise nach süditalien (lager) vorbereiten!) war ich völlig schräg drauf, übermüdet, lustlos, keine vorfreude.

nach einer ausgiebigen siesta kam die reisefreude. ich packte und am abend genoss ich die zweisamkeit mit m*, den seine kinder zu mir in den ausgang geschickt haben... :-) fein essen, ein schöner waldspaziergang... usw :-)

nun bin ich ausgeschlafen und freue mich auf den tag der vorbereitung und das "abenteuer". wenn dann heute nacht um drei der natel-wecker klingelt gehts los. um halb vier holt mich das taxi und bringt mich zum bahnhof, wo der frühbus nach kloten steht. und um 7:05 fliege ich ab... ich, die langschläferin! na sowas! 

tschüüüüss!

 

donnerstag, 31. mai 2007

mit riesenschritten kommt der nächste mittwoch, mein reisetag, näher... in einer woche bin ich, wenn alles klappt, schon 25 stunden bei angelika in den alpujarras in den wohlverdienten ferien! 
(siehe: http://www.lebenswertvoll.ch/kreieren/angelika1.html)

zuvor aber gibts noch viel zu tun. morgen, samstag und sonntag sowie am montag morgen von halb fünf bis um sechs uhr (gähn!!!!) arbeite ich im heim. geplant ist, dass um sechs uhr der reise-car mit sack und pack und mit allen unseren bewohnerInnen und vielen betreuerInnen nach la serra in süditalien abfährt. 12 tage ferienlager. ich durfte - weil ich ja gekündigt habe - entscheiden, ob ich mit will oder nicht. da ich ja eh noch ferien zu gut habe, entschied ich, dass ich nicht mitfahre. stattdessen nehme ich mir eine auszeit in südspanien. ich bin ziemlich aufgeregt, da ich ja am liebsten zuhause bin und nicht mal so gerne reise. aber einem inneren impuls folgend buchte ich einen flug und werde mich auf eine reise in die berge südspaniens begeben. hm. ich hoffe, dass alles gut geht und ich mit vielen guten neuen impulsen - auch in bezug auf meine berufliche zukunft - zurück kommen werde.

meinen 42. geburtstag werde ich in spanien feiern. (10. juni)

in fünfzehn tagen bin ich schon wieder hier. ach, wie relativ mir die zeit zurzeit erscheint. noch anderthalb monate im heim. noch 20 jahre berufsleben. noch etwa vierzig jahre theoretische lebenszeit. 

ich habe heute das buch 'die frau in der hecke' von joan barfoot fertig gelesen. zwei sehr unterschiedliche frauen - alt geworden und voller lebenserfahrungen - lassen ihre lebenszeiten an sich vorbei ziehen und erkennen, dass jede ihr leben so gelebt hat, wie es ihr entsprach. die eine auf sicherheit bedacht, die andere immer begierig darauf, erfahrungen zu sammeln. nie zufrieden mit dem, was ist. und doch zufrieden. 

wie wird meine bilanz aussehen, wenn ich so alt sein werde? wie sieht meine bilanz bisher aus? jaja, ich grüble mal wieder viel. das hat mit der tatsache zu tun, dass ich an einer kreuzung stehe und entscheidungen treffen soll, darf, muss...

das interview, das ich mit ursula eggli, autorin, geführt habe, ist ab sofort auf schreibszene schweiz zu lesen! (http://www.schreibszene.ch)

 

samstag, 19. mai 2007

so viel bewegung, so viel energie, so viel erleben, so viel sehen, so viel wahrnehmen... 

zu viel? nein...! viel, aber einfach genug, denn ich vertraue dem leben, dass es wir das gibt und zuteilt, was ich auch wirklich annehmen, erleben, verändern, umsetzen und verstehen kann.

- die neue alte liebe, die neu so nährend geworden ist
- die arbeitsstelle, die mir - als schlussbouquet - wieder mehr freude  bereitet
- die vielen projekte und ideen (vor allem buchstabenwebereien), die mich anregen

vor zehn tagen war ich beim medium elisabeth bond und bekam in einem reading sehr kostbare impulse, die mich sehr geerdet haben.

vor drei tagen schaute ich mit m* 'goodbye, bafana', einen film über die jahre mandelas, die er in gefangenschaft verbrachte. aus der sicht seines gefängniswärters erzählt, der sich von einem apartheid-befürworter in einen freund mandelas verwandelt hat. am donnerstag waren wir in lausanne in der 'collection de l'art brut'. rohe kunst, un-gefällige antikunst, die durch ihre unkommerzielle und unkonventionnelle ausdrucksweise sehr tief und nachhaltig berührt. die zeit mit m* war, da janus* in den auffahrtsferien beim mami ist, mal wieder sehr entspannt und entspannend. zeit für uns beide. sehr kostbar, sehr selten...

am wochenende zuvor besuchte ich die vernissage einer schreib-freundin, die ihren ersten mystischen roman veröffentlicht hat. 
'die regenbogenbrücke' (link: hier klicken! sehrsehr gutes kostbares buch!!!!
). 

am samstag abend danach besuchten wir ein geniales konzert von wale liniger. purer blues. so berührend... 

ja, ich bin zurzeit so berührt, alles berührt mich, rührt mich an, lässt mich spüren, dass ich lebe... 

am 6.6. bis am 15.6. werde ich in südspanien angelika speigl besuchen... (link: hier klicken!)

 

mittwoch, 2. mai 2007

mein countdown läuft. noch drei monate im heim. eine neue bewohnerin ist gestern eingezogen. arbeitskolleginnen sagen mir, wie sehr sie meine kündigung bedauern. fragen, wie es denn weitergeht, werden ausgesprochen. ich vertröste sie auf später und frage mich manchmal schon, ob 'es mir spinnt'. einfach so ins blaue kündigen. ob ich denn keine sicherheiten brauche, werde ich gefragt. tja, meine sicherheit liegt diesmal in der inneren gewissheit, dass ich die richtige entscheidung getroffen habe. meine innere stimme hat mir deutlich gesagt, dass ich den schritt wagen soll. 

dieses vertrauen ist nicht materiell verständlich, nicht erklärbar, nicht begründbar. aber es ist da. ich behaupte aber nicht, dass ich deswegen nun immer sehr locker bin. bin ich nämlich nicht. herr zweifel und frau angst wohnen nahe und fragen immer mal wieder nach, wie es mir geht. ich lerne, mit ihnen zu leben, statt gegen sie zu arbeiten. ich sehe sie als herausforderung. 

 

dienstag, 24. april 2007

am letzten wochenende haben wir gefeiert: das 50. geburtstagsfest von m*...mit pizza aus dem ausgeleihten lehmholzofen ...mit vielen gästen ...mit genialer musik ...mit guten gesprächen und wenig schlaf... am sonntag haben wir, gemeinsam mit den anderen leuten von m's* hausgemeinschaft, einen hauseigenen lehmpizzaofen gebaut...


jana* mit ha* und ma* am pizzabelegen


i*, i* und r* am fiedeln... ir(r)isch genial!


d*, m* und a* am "pflotschen"...

ich fühle mich zurzeit pudelwohl. die neue liebe zu m* ist viel authentischer als sie es früher, im ersten abschnitt unserer paarbeziehung, war. die trennung hat uns beiden klargemacht, was wir aneinander 'haben', wie wichtig wir für einander sind. alle die verschiedenheiten und gründe, die zur trennung geführt hatten, nehmen wir ernst. aber sie sind nun nicht mehr trennend, sondern herausfordernd. auch ich selber nehme mich ernster.

beruflich? tja, nun ist es offiziell! ich habe gekündigt. obwohl ich mein heim gerne mag. ich mag die leute, ich mag mein team, unsere betreuten, unsere chefin... aber ich hasse, wie schon früher wiederholt bejammert, die arbeitszeiten, das frühe aufstehen, das so gar nicht zu meinem biorhythmus passt, die lange dienste an den wochenenden, die piketts... seit ich dem ruf meines herzens wieder meine herzohren geöffnet habe und mich zur entscheidung, auf ende juli zu kündigen, durchgerungen habe, geht's mir immer besser.

da ist nun so viel luft und freiraum, ideen gedeihen, visionen blinzeln aus der dunkelheit der verdrängung herauf und atmen frische luft, bekommen platz und strampeln sich an die oberfläche...

 

montag, 16. april 2007

ist es der frühling? die wärme? die sterne? die neuerwachte liebe zu m* und das wiederaufnehmen unseres beziehungsfadens? oder ist es die zeitqualität? 

was auch immer...! mir geht es endlich wieder richtig gut! meine vision erfüllt mich mit zuversicht und zielstrebigkeit und türen gehen auf. andere gehen zu. beruflich werde ich mich verändern, spruchreif ist noch nichts... sicher ist, dass ich mein leben ziemlich umkrempeln werde und mich freue, mutig neuland zu betreten.

 

dienstag, 10. april 2007

diesmal habe ich für die lange schreibpause eine gute ausrede (ferien, nämlich)! obwohl es gar keine ist. ich hatte nämlich tatsächlich 18 tage ferien... tage für mich, zeit für mich...!!! ich verbrachte sie damit, mich zu erholen, zu schreiben, zu faulenzen, besuche zu haben und zu machen und mit ein paar tagen timeout in frankreich bei meiner freundin salomé* und ihrer familie... (siehe fotos)

das holztipi auf dem zweituntersten bild ist demontierbar und wird auf wunsch produziert! anfragen leite ich gerne weiter!!!

ich habe an meinen visionen gebrütet und ebenso oft statt zu denken,  auch einfach nur hingehört, meditiert, die stille genossen... gute erholsame ferientage!

nun hat mich der alltag wieder und ich übe mich darin, mit meinen kräften gut zu haushalten!

 

dienstag, 27. märz 2007

sorrysorrysorry... noch nie habe ich mein internet-tagebuch so lange vernachlässigt. bitte verzeiht mir, liebe leserInnen, doch ich fühlte und fühle mich manchmal wie in der waschmaschine, wo ich gewaschen, geschleudert und von unten nach oben geschüttelt. werde... hoffend, sauber auftauchen zu können! ;-)

dank dem spirituellen tagebuch von safi nidiaye, das bewusstseinsorakel, habe ich es gewagt, meiner sinnkrise auf den grund zu gehen. von dort habe mich einmal mehr abgestossen. ich übe das hinhören.

ja, zu hören, was mein höheres selbt mir zu sagen hat, fällt mir wieder leichter. da ist deutlich umbruch angesagt. und ich spüre noch immer diesen widerstand, all diese faulheit, zweifel, zagen, ängste, fragen... 

aber ich glaube doch auch, dass es vorwärts geht, dass ich vorwärts gehe! 

dass ich ferien habe, tut und lassen kann, was mir beliebt, trägt dazu bei, dass ich endlich meine müdigkeit zulassen kann. ich brauche viel schlaf. fühle mich kräftesammelnd. und auch die überarbeitung meines buches geht voran... 

 

dienstag, 6. märz 2007

mein leben ist zur zeit ziemlich aus dem ruder gelaufen. meine erschöpfung kippte in einen zustand der fast totalen schwäche und schliesslich reagierte mein körper mit einer starken erkältung und einem husten, wie ich ihn noch kaum je hatte.. vor lauter schnupfen und husten bekam ich heute auch noch kopfweh und nahm nun doch endlich mal eine tablette. ich bin diese woche ganz krankgeschrieben und bis ende april arbeite ich reduziert. ich werde vor allem von den nachtdiensten und den langen wochenend-diensten entlastet. zur zeit lebe ich entsprechend ruhig vor mich hin... eher im rückzug. aber auch im umbruch.

ich komme dabei immer mehr in einen inneren raum, wo ich wieder atmen kann, zur ruhe kommen. es geht mir dabei nicht mal so schlecht. gestern kam spontan eine freundin zum znacht und scrabble. obwohl ich nur 'krächzen' konnte, hats gut getan.

mein leben kommt mir zur zeit vor wie ein eingestürztes kartenhaus oder jengaspiel, das ich nun langsam am neuaufbauen bin. mal schauen. es geht in richtung 'mehr selbstbestimmung'. wenn ich nichts tue, um mein leben zu verändern, dann 'tut es selber' und ich werde von den umständen (fremd)bestimmt und überrollt. ich denke, dass es wichtig ist, endlich zu definieren, was ich wirklich will. ich übe mich im vertrauen und möchte manchmal einfach meine stelle kündigen im vertrauen, dass dann schon das richtige kommt... das heim und die leute dort sind voll okay, aber die dienste sind für mich nicht so das gelbe vom ei...! mimose, die ich bin! (siehe letzte einträge)

 

samstag, 17. februar 2007

meine recherchen über hochempfindlichkeit haben mich auf spannende spuren gebracht. 

ich fand sogar websites und bücher und erkannte: aha, da sind noch andere, die so ticken wie ich! endlich eine art gruppenzugehörigkeit?!! :-) und vorallem ist es nicht nur eine psychische störung, die es irgendwie zu 'regulieren' gilt, sondern einfach eine art zu sein, wie es andere seinsarten gibt. betroffen von der hochsensibiliät sind durchschnittlich 15% der bevölkerung! eine wichtige, aber kleine und eher ruhige minderheit von menschen, die immer mal wieder als mimöschen und spinnerInnen belächelt wird und vom gros der normalsensiblen menschen nicht verstanden wird. ein zusammenfassender artikel dazu unter: http://www.lebenswertvoll.ch/gesund/gesund_hochsensibel.html

jetzt, wo ich meine 'schublade' kenne, kann ich es besser annehmen und auch ernstnehmen. ich lese zur zeit das buch  "Zart besaitet - Selbstverständnis, Selbstachtung und Selbsthilfe für hochempfindliche Menschen." (ISBN 3-9501765-0-0) von Georg Parlow. sehr empfehlenswert für freud- und leidensgenossInnen. ich realisiere, dass ich während meines ganzen bisherigen lebens energie darauf verwendet habe, nicht so zu sein, wie ich bin. ich wollte in erster linie stärker und belastbarer sein, nicht so empfindlich eben. aber - wie bei einer maschine, die immer falsch behandelt wurde - steuerte ich je länger je mehr auf einen kollaps zu. noch ist er nicht ganz da, der burnout-kollaps. göttinseidank hab ich es noch rechtzeitig festgestellt. und nun suche ich wege, mit meiner HSP umgehen zu lernen.

für interessierte: links zu websites über das thema HSP (=HochSensible Personen) auf der website http://zartbesaitet.net/links.htm

 

dienstag, 6. februar 2007

ferien? was ist das schon wieder? uff, ich bin in den letzten 2 wochen mal wieder ziemlich heftig bei mir angekommen. die erkältung und eine phase des alles-in-frage-stellens haben sich in mir ausgebreitet und mich ziemlich ausgebremst. zwar habe ich dies und jenes gemacht, ein paar wenige besuche auch, aber meistens war ich alleine, zuhause oder irgendwo unterwegs, weil ich es so wollte und brauchte. ich habe viel über mich und mein bedürfnis nach dem alleinesein nachgedacht und bin zur erkenntnis gelangt, dass ich nur im alleinesein wirklich mich und meine eigene energie spüren kann.

wenn ich um andere menschen herum bin, lasse ich mir meine eigene räume immer sehr schnell von deren energien beschränken und beschneiden. bisher hatte ich immer gedacht, dass ich das irgendwie ändern und bekämpfen sollte, um kompatibler für meine mitmenschen zu sein. und dass ich eben nicht ganz 'normal' bin. und mich drum der mehrheit anpassen muss.

aber nun endlich beginne ich diese eigenschaft der hochempfindlichkeit auf andere energien als realität zu bejahen. andere dürfen ja schliesslich auch so sein, wie sie sind... und ich studiere mir den kopf aus, wie ich diese last in eine lust wandeln könnte. was ich, damit auch beruflich, anfangen könnte. ich fühle zu sehr mit, dachte ich bisher. und das stimmt wohl auch, aber eben: vielleicht ist es ja auch möglich, dies bewusster zu leben? wie, ist mir noch nicht ganz klar. aber ich denke, dass ich dazu wohl nicht unbedingt auch noch in einem beruflichen umfeld mit sovielen verschiedenen menschen arbeiten sollte, wo sich so viele verschiedene und auch gegensätzliche energien kreuzen. darf mich eine arbeitsstelle immer wieder so sehr ausbrennen, dass ich, kaum hab ich mal frei, schachmatt gesetzt zusammenklappe? das kann's ja nicht wirklich sein!

derzeit habe ich mal wieder mehr fragen als antworten, aber ich hoffe, dass diese antwortlosigkeit mich zu positiven, lebensfördernden initiativen motiviert. wir werden sehen!

 

freitag, 26. januar 2007

endlich ferien. die dichte der letzten wochen hat mir zugesetzt. endlich hat der druck nachgelassen und wie reagiert nun wohl mein körper? dreimal dürft ihr raten! 

genau... er setzt mich schachmatt! er ruft: timeout! die schutzmauern geben nach... halsweh, schnupfen und so... kein drama. ich nehms locker, bis jetzt, und geniesse das nichtstun. allerdings möchte ich schon nicht die ganzen 12 tage krank sein. denn ich hab noch was vor. einerseits möchte ich menschen treffen, andererseits habe ich das starke bedürfnis nach ruhe, alleinesein, schreiben, zumal die überarbeitungszeit der novemberschreibereien anfang februar offiziell beginnt. und weil ich feststelle, dass schreiben das beste antidepressivum für mich ist. 

wenn ich schreibe, bin ich am kreieren. wenn ich kreiere, bin ich lebendig, bin ich in bewegung, bin ich bewegt. 

auch lesend fühle ich diesen zustand. vielleicht ist sogar lesen viel kreativer, als wir meinen? ich kreiere dabei bilder. gefühle auch. ja, und auch das gegenlesen und kommentieren verschiedenster november-texte anderer schreiberlinge hält mich zur zeit in bewegung. es ist spannend, wie und was andere bewegt und wie andere sich ausdrücken. und alle haben wir doch nur die gleichen 26 buchstaben!

mental gehts mir noch immer durchzogen. weniger aber wegen lars, sondern weiter gefasst mache ich mir einfach wieder sehr viele gedanken über die sinnhaftigkeit unseres lebensstils. denke ich über überfluss und mangel nach, über ökologie auch, und über lebensglück und abhängigkeiten, materie und kommerz. einfachkeit. ethik und moral auch. so vieles, das mich beschäftigt, bedrückt, beunruhigt. 

letzlich kann ich doch einfach immer nur loslassen und mein vertrauen auf die übergeordnete lebensquelle setzen... nicht ohne aber möglichst verantwortungsbewusst und liebevoll handelnd zu sein....

 

sonntag, 14. januar 2007

gestern hab ich mir ein timeout gegönnt. nachdem janus*, mein gottibub, nach dem brunch wieder heimgegangen ist - wir haben den freitagnachmittag und -abend spielend und geschichten fantasierend verbracht - hab ich meinen rucksack gepackt und bin losgezogen.

als ich - auf dem weg ins oberland - auf dem friedhof halt machte, überkam mich wieder einmal das grosse vermissen. ich las den text, den ich am kreuz angehängt habe: "steh nicht weinend an meinem grab... ich bin tausend winde, die wehn'... bin ich das schnelle aufsteigen der vögel im kreisenden flug..." (siehe: Trost und Trauer). da begann die leise stimme von lars in mir zu reden. da begann das windrad heftig zu drehen. "ich bin im wind, ich bin in deinem herzen, ich bin dir nahe. ich sehe deine trauer. aber es ist gut so, denn so kann ich immer bei dir sein. ich liebe dich unendlich." meine tränen flossen hinter der sonnenbrille. so schön und so traurig. 

später, als ich einen wunderschönen ort, wo ich mit claudio* und lars unzählige male gewesen war, aufgesucht hatte und den blick auf die alpenkette, auf niesen und stockhorn, richtete, war noch mehr vermissen. unendlich traurig hab ich mich gefühlt. und wieder waren da seine tröstenden worte in meinem herzen. "es ist gut, wie es ist.", hörte ich meinen sohn zu mir reden. wie grosse liebe fühle ich, wie grosses vermissen. 

meine freundin salomé hat mich am abend telefonisch getröstet, melissa auch, m* ebenso. ich bin nicht allein. und doch allein.

 

mittwoch, 10. januar 2007

ich fühle mich seit einiger zeit ziemlich erschöpft. überarbeitet. ständig müde und antriebslos. na ja. der januarblues? auch ist auf allen ebenen so viel los. bei der arbeit warten so viele unerledigte pendenzen, die mich beschäftigen, aber mangels zeit warten müssen. heute verenas* beerdigung, die sehr schön und sehr würdig war. für unsere bewohnerInnen bestimmt ein eindringliches erlebnis. und daneben, ganz pragmatisch, ihr zimmer, deren räumung mir obliegt.

dann all die projekte und ideen, die ich im bereich 'schreiben' vor mir herschiebe, all die texte, die ich zum lesen und 'beurteilen' bekommen habe und noch bekommen werde und all die eigenen geschichten in mir drin, die geschrieben und gewebt werden wollen... dann all die menschen, die ich besuchen oder einladen, sehen will und nie die zeit dazu finde... ich renne der zeit hinterher.

am meisten fehlen mir zur zeit das alleine sein und der buchstabenrausch, aber die vernunft mahnt mich, mit weiter und/oder neues schreiben zu warten, bis all die anderen pendenzen erledigt sind. ach, ich möcht einfach nur in eine geschichte auf papier eintauchen, schreibend oder lesend. meine sucht! meine erholung. meine nahrung. mein element. schön, dass ich das endlich weiss...

 

freitag, 5. januar 2007

"blues, from my head to my shoes..."

gestern abend habe ich beschlossen, mal wieder ein hörbuch zu geniessen - gemütlich auf das sofa gekuschelt - und dazu endlich die neue, wunderpaar kuschelige, flauschige wolle zu verstricken, die ich mir schon lange gekauft hatte, um mir neue pulswärmer zu machen... das gewählte hörbuch war 'der kleine prinz'. wer mich kennt, weiss, dass 'der kleine prinz' mein lieblingsbuch ist und seit meiner schulzeit immer wieder von mir gelesen wird. oder eben, neu, wie gestern, gehört...

wer mich kennt, weiss auch, dass bereits lars, mit seinen knappen drei jahren schon 'kleiner prinz'-fan war. in seiner letzten lebenswoche fragte er immer wieder, bezugsnehmend auf ein bild (eine seidenmalerei aus einem kustband), weshalb denn der kleine prinz immer zum himmel schaue. als ich ihm dann sagte, dass er heimweh nach seinem stern da oben habe, verstand er. aber dennoch wollte er die antwort immer wieder von mir hören. 

erst später begriff ich, dass er vielleicht viel mehr als ich verstanden hatte. und 3 jahre nach seiner irdischen landung ist er wieder zu seinem stern zurückgekehrt, mein sohn  (der ja an seinem geburtstag gestorben war!). das ist mir gestern sooo eingefahren. und ich musste mal wieder feste heulen. und ich wünschte mir auch grad so ne giftschlange, die mir zu meinem stern zurück verhilft. dieses heimweh nach 'zuhause'... schon lange hatte ich es nicht mehr... aber ich lasse es zu. bin einfach wehmütig durch und durch, und nahe am wasser... *seufz* und ich vermisse lars wieder mal so brutal fest und stelle ihn mir als das 6 1/2 jährige kerlchen vor, das er heute wäre... *snieff* MEIN KLEINER PRINZ, EBEN...

auch das darf sein... und wer ein kind verloren hat, versteht mich gewiss...

 

dienstag, 2. januar 2007

wieder ein 'day after'... 

ich wünsche uns allen ein wunderbares, lichtdurchflutetes, erfülltes, geheimnisvolles, spannendes, entspannendes, liebevolles, begegnungs- und lehrreiches neues jahr, voller lachen, tanzen, musik, träume, traumerfüllungen und heilsamer entwicklungen... 

mein neues jahr habe ich ganz bewusst alleine begonnen. ich habe mich für die letzte stunde des jahres von meinen freundInnen verabschiedet und das neue jahr betend verbracht. eine woge von dankbarkeit hat mich getragen und im rückblick auf das vergangene jahr durchdrungen. dann habe ich karten gezogen, um die themen dieses jahres zu spüren. so schön! 

und schliesslich habe ich nun 29 stunden im heim verbracht... der föhnsturm hat mich nicht sehr gut schlafen lassen, dafür waren unsere leute sehr ruhig. viele schöne begegnungen mit betreuerinnen und bewohnerinnen haben diese beiden arbeitstage geprägt und nun bin ich froh, wieder ein paar tage frei haben zu dürfen und mich an das neue jahr gewöhnen zu können. :-)

hier klicken zu Luisa Francias Jahreshoroskop 2007: http://www.salamandra.de/mondocane/template.php?nummer=23

 

*namen zum teil geändert


© by dm/Jana

Kontakt unter: jana@elterntreffpunkt-girasol.ch

                                                                    © by girasol-team 

dmdmdmdm